Aug
12
2009
0

Sagittarius 1

Sagitarrius 1

Sagitarrius 1

Herausgeber: Klaus N. Frick, Rosenweg 3, 7290 Freudenstadt, Schwarzwald
Auflage: 100 Exemplare, Erscheinungstermin Februar 1980
Layout: Klaus N. Frick
Redaktion: Andrea Frick, Rainer Lernhardt, Gunter Lösel und Stefan Schmid

Als dieses Fanzine im Februar 1980 erschien, ahnte sicher keiner der Leser, da dieses Fanzine nur ein paar Jahre später (1986) schon als Magazin Kiosk erhältlich sein würde. Und wenn man sich die Nummer 1 ansieht, muss man zugeben, dass es auch keinen Grund gab, mit solch einer Entwicklung zu rechnen.
Klaus N. Frick schreibt im Vorwort: »Erst mal herzlichen Glückwunsch, dass Ihr SAGITTARIUS 1 gekauft habt. Ich hoffe, dass Ihr das nicht bereut. Wir versuchen mit SAGITTARIUS ein Fanzine aufzubauen, das sich mit Science Fiction, Fantasy und etwas Comic beschäftigen soll, wobei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen talentierten Unbekannten und „alten Fandom-Hasen“ existieren wird.« Bei den Mitarbeitern finden sich durchaus bekannte Namen, so Manfred Borchard und Armin Möhle.

SAGITARRIUS 1 besteht aus Kurzgeschichten (darunter auch der Auftakt zu einem Mehrteiler von Klaus selbst), es gibt Gedichte wechselnder Qualität und einige aus heutiger Sicht nicht besonders ansehnliche Illustrationen. »Ebenso brauchen wir natürlich auch Artikel, von denen in S1 leider keine drin sind.«

Über die Kurzgeschichten braucht man nicht viele Worte verlieren. Über das Layout allerdings auch nicht. Besserung gab es hier bei SAGITTARIUS erst, als Günther Freunek sich mit Feuereifer dem Aussehen des Fanzines und später des Magazins widmete.

Klaus sagte in einem Interview im Oktober 1999 zur Geschichte von SAGITARRIUS folgendes: »Unser Perry-Club hat sich so schnell aufgelöst, wie er sich gegründet hatte. Irgendwann blieb ich allein übrig, und begann mit einem Fanzine namens SAGITTARIUS. Das war im Herbst 79, da hatte ich bereits einige Kontakte, einer der ersten Kontakte war ein gewisser Armin Möhle beispielsweise, der auch heute noch im Fandom aktiv ist…
Mich hat damals nach dem Abdruck der Kontaktadresse auch Peter Börnsen angeschrieben, und der Ulrich Hermann, der damals das Fanzine SOLIS ORBITA gemacht hat. Und das war das erste Fanzine, welches im Sommer 79 Geschichten von mir gedruckt hat. Und THEREN natürlich von Gerhard Börnsen – bevor wir uns verkracht haben.
Wie auch immer: Ich kam eben auf die Idee SAGITTARIUS zu machen. Damit fing ich dann Ende 79 an. Das erste SAGITTARIUS erschien im Februar 80. Also eine typische Fan-Karriere.
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Aug
03
2009
0

Fandhome Wheekly -3

Fandhome Wheekly -3

Fandhome Wheekly -3

Herausgeber: Willmar Plewka und Joachim Henke
Umfang: 4 Seiten
Redaktion: Willmar Plewka, Drosselweg 13, 8750 Aschaffenburg 7, Graphische Gestaltung: Thagnar Lundqvist
Einzelexemplar: DM 0,60

Am 1. Januar 1981 startete der Aschaffenburger Fan Willmar Plewka ein Experiment: er wollte zusammen mit Joachim Henke wöchentlich ein Fanzine herausgeben.
»Mancher wird sich gewundert haben, dass dies die Ausgabe -3 von FANDOME WHEEKLY ist. Grund dafür ist, dass wir erst einmal mit vier Probenummern testen wollen, ob sich das Vorhaben „wöchentliches Fanzine“ rentiert.«  Vorbild war ein anderes wöchentliche Fanzine, das in Schweden erschien und u.a. von Ahrvid Engholm produziert wurde: VHECKANS ÄVFENTYR.
Vier Seiten umfasst das im Spiritcarbon-Umdruck erstellte Fanzine. Willmar Plewka war damals im Umdruck noch relativ ungeübt, doch das sollte sich in den folgenden Monaten bald legen. Sonderlich aktuell waren die News damals nicht: so werden die HUGO-Preisträger des Jahres 1980 aufgeführt, die Verleihung lag da aber bereits vier Monate zurück! Aber auch Fandom-Neuigkeiten sind hier nachzulesen, die auch eher belanglos erscheinen: »Wolf von Witting leistet ab 7. Januar 1981 seinen Wehrdienst in Waxholm ab. (…) Joachim Henke und Jörg Litschke sind mit den Mitgliedsnummer 2845 und 2853 in den SFCD aufgenommen worden.«
Da Willmar Plewka schon in seinem Vorwort einen bunten gemischten Inhalt versprochen hatte, findet sich in dieser Probeausgabe auch eine »Rezi«, genauer gesagt eine Filmkritik. »La Planète Sauvage« (»Der Wilde Planet«) stammt zwar aus dem Jahr 1973 aber diese französisch-tschechoslowakische Koproduktion ist auch heute noch eine Art vergessenes Meisterwerk.

Am 22. Januar 1981 folgte dieser Ausgabe eine Nullnummer von Fandhome Wheekly. Eigentlich sollte Joachim Henke die Ausgaben -2 und -1 erstellen, doch da dessen Umdrucker seinen Geist aufgab, beschloss Willmar Plewka das Wagnis Fandhome Wheekly vorerst allein einzugehen. In kürzester Zeit wurde FW, wie es abgekürzt wurde, zu einem wichtigen Bestandteil der Fandomkommunikation. Als Willmar Plewka langsam die Lust verlor, übernahm u.a. Hans Mader die Herausgabe, aber es fanden sich auch viele Gastredakteure (u.a. Carsten Scheibe, Klaus Marion, Michael Haitel, u.a.), die bereit waren eine Ausgabe zusammenzustellen. Wie viele Ausgaben letztlich wirklich erschienen, ist schwer zu sagen. Die letzte Ausgabe in meiner Sammlung ist die Nr. 185 vom 10. Mai 1985 – erstellt wurde sie von Michael Haitel.

Wenn man von Fandhome Wheekly spricht, erscheint es logisch zumindest FAW ebenfalls kurz zu erwähnen. Am 1. September 1990 startete der Augsburger Fan Bernhard Kübler, nachdem er kurz zuvor den Umdrucker des SFC Thunderbolt nach Bayern geholt hatte, Fandom-A-Week. Dieser zweite Versuch eines wöchentlichen Fanzines, schaffte mehr als 200 Ausgaben (eine genaue Zahl ist ebenfalls schwer zu benennen). Die meisten Ausgaben davon gehen allerdings auf mein Konto, aber das ist eine ganz andere Geschichte… (der Umdrucker steht übrigens noch neben mir, wird allerdings demnächst in die Sammlung des Deutschen Museums aufgenommen, so wie es einem solch wichtigen Fandomrelikt gebührt!)

Wer jetzt Lust bekommen hat, einen Blick auf die erste Ausgabe von Fandhome Wheekly zu werfen, der kann sich das Fanzine als PDF auf der Website des Fanzinerückblicks ansehen: Fandhome Wheekly -3
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Jul
24
2009
0

Luna Times 10

Luna Times 10_h600

Luna Times 10

Herausgeber: Gruppe Bad Aibling-Rosenheim des Science Fiction Club Deutschland
Redaktion: Karl Gall, Peter Birkl, Thomas Höllmüller, Dieter Steinseifer, Klaus Hirsch, Franz Kratochwil
Auflage: unbekannt, Preis: ? DM, Umfang: 70 Seiten Din A4, Druck: Wachsmatrizenumdruck, Offsetdruck (Umschlag), Mai 1971

»LUNA-TIMES ist ein jugendeigenes und reines Amateurfanmagazin, selbsttragend und unabhängig.«

Wie auch schon in anderen Fanzines dieser Zeit, ist es vor allem die Rubrik »Leserbriefe«, die interessante Äußerungen bereithält. So schreibt ein Alexander Gloz aus Bad Aibling im Rahmen seines vierseitigen Lesebriefes, der sich auch mit einem Blick auf die zukünftige Technik beschäftigt, u.a. folgendes: »Die Erklärung der Wehrdienstverweigerer, aus „Gewissensgründen“ den Wehrdienst zu verweigern, halte ich zu 95% für eine pure Ausrede. In meinen Augen sind dies Staatsfeinde, die nach dem Osten abgeschoben werden sollten«. Die Redaktion (Karl Gall) antwortet dazu »Sind Sie auch ein Anhänger der illusionären Ideologie „Waffen für den Frieden“? Glauben Sie, man kann einen Krieg dadurch verhindern, indem man sich für ihn rüstet? Historiker können ihnen bestätigen, dass dieser Versuch in 99% aller Fälle fehlgeschlagen ist oder zum wirtschaftlichen Bankrott der Beteiligten geführt hat. Es ist bezeichnend, dass die Leute, die sich weigern zu töten, als Staatsfeinde betrachtet werden, während diejenigen, die bereitwillig ihnen unbekannte Menschen umbringen würden, als treue Diener des Staates geachtet werden. Was muß das für ein Staat sein? Es existiert anscheinend immer noch der Aberglaube, dass Kriegsdienstverweigerer, politische Jugendzeitschriften und -organisationen vom Osten bezahlt werden, obwohl sich die meisten Anhänger obengenannter Gruppen genauso vom scheinkommunistischen Osten wie vom kapitalistischen Westen distanzieren.«

Daß dies ein Thema ist, das die junge Redaktion beschäftigt, zeigt auch der erste Artikel im Heft, der den Titel »Warum Science Fiction nicht nur Science Fiction ist« trägt und ebenfalls von Karl Gall stammt. Ich zitiere: »Es wurde uns sogar schon gesagt, wir wären ein Teil jener Gruppe, die systematisch alle Kommunikationsmedien unterwandere und dafür vom Osten bezahlt würde. Auf die grenzenlose Dummheit desjenigen soll hier nicht näher eingegangen werden. Ich will aber versuchen, den Standpunkt der Redaktion zum Thema Politik & SF darzulegen.« Im folgenden wird die These aufgestellt, dass Gesellschaft und Science Fiction in engem Zusammenhang stehen, aber auch der Standpunkt des SFCD verdeutlicht, der in dem einfachen Satz »Im SFCD ist kein Platz für Revolutionäre!!!« gipfelt. »Man kann dem SFCD den einen Vorwurf sicher nicht ersparen, nämlich, daß er nicht gesellschaftsverändernd wirkt und wahrscheinlich auch nicht will« Ein Gedanke, der in vielen Fanzines dieser Zeit zu lesen ist: die Literatur und das Hobby sollen nicht abseits der Politik und der Gesellschaft stehen, sondern sich im Gegenteil auch gezielt miteinander beschäftigen – ein Gedanke, den Robert Silverberg ein Jahr später bei seiner Ehrengastrede im Rahmen des HeiCons ins Heidelberg differenzierter betrachtete und dort forderte, daß die SF sich auch nicht der Politik oder der Gesellschaft unterordnen sollte.

Noch deutlicher macht die Redaktion aber ihre Einstellung in dem kurz darauf folgenden Text »Ohne Titel«, der auch als »Luna-Times-Doktrin« verstanden werden könnte: »Science Fiction ist ein Kommunikationsmittel zur Bewußtseinsmachung gesellschaftlicher Mechanismen. Durch Artikel und interessante, auch unterhaltende Stories kann unbedarften oder aufmerksamen und interessierten Personen auf indirekte Weise gesellschaftliche Zusammenhänge klargemacht werden.« und »Für uns ist Science Fiction keine Trivial-Literatur, kein Mittel der Unterhaltung, sondern es gibt uns – wie andere Kommunikationsmedien auch – die Möglichkeit in die Hand, viele aufgeschlossene junge Menschen anzusprechen.« Eine Einstellung zur Science Fiction, die heute sicherlich nicht mehr von sehr vielen Lesern des Genres in dieser Form geteilt wird, doch damals sehr deutlich das Fandom prägte.

In Luna-Times 10 finden sich aber auch Artikel ganz anderer Art. So beschäftigt sich Dr. Winfried Petri (1914-2000), der im gleichen Jahr auch außerplanmäßiger Professor am Institut für Geschichte der Naturwissenschaften dem LMU München wurde, mit der Idee »Mondunterkünfte« auf dem Erdtrabanten einzurichten – angesichts der Tatsache, dass erst zwei Monate vor dem Erscheinen dieser Ausgabe die vorletzte Mondlandung (Apollo 16) stattgefunden hatte, eine auf der Hand liegende Fragestellung. Thomas Höllmüller versammelt Kurznachrichten zur Astronomie (»Mond kein Teil der Erde«, »Außerirdische Wesen sollen den Mond gebaut haben.«), und Peter Birkl setzt seine Artikelreihe über das Sonnensystem fort.

Aus einer Entfernung von über 38 Jahren wirken manche Fandom-Meldungen, die in Luna-Times 10 zu finden sind, durchaus amüsant. »SFCD im Einschlafen. Allmählich möchte bald jeder Fan meinen, der SFCD sei wirklich dabei, für immer und ewig einzuschlafen, denn innerhalb des Clubs tut sich immer weniger, und Heinz-Jürgen Ehrig wirft nur andauernd große Entschuldigungen von sich her, dass er in der letzten Zeit keine Zeit gehabt hätte, für den Club aktiv zu sein.«. Immerhin kann man hier nachlesen, dass die bereits für Februar 1971 geplanten Andromeda Nachrichten 5 nun endlich am 5. April 1971 erschienen sind, und die Andromeda Nachrichten ab der Nummer 6 von einem Team zusammengestellt werden sollen. Ansonsten hofft man noch auf das Erscheinen des Fan-Adressbuches 1971, einer neuer SF-Tonbandkreis wird vorgestellt, und der Pfingstcon in Laichingen wird als »Fest der Phantasie« angekündigt, ebenso wie der SFCD-JahresCon, der am 20.-23. August 1971 erscheinen soll und u.a. ein AST-Con in Wuppertal.

Letztlich gibt es aber auch tatsächlich noch einen Artikel, der sich mit Science Fiction beschäftigt – eine Übersicht über den SF-Markt von Peter Birkl. So erschien im Bärmeier & Nickel-Verlag das »höchst interessante« Buch »Liebe 2000«, aber auch eine neue Tarzan-(Gesamt-)ausgabe. Bei Marion-von-Schröder wurde die Reihe »Science Fiction & Fantastica« mit vier Bänden fortgesetzt, der Hanser-Verlag führte die »Bibliotheca Dracula« weiter und auch im Insel-Verlag und bei Lichtenberg erschienen neue phantastische Romane.

Den Abschluß der Luna-Times 10 bilden SF-Kurzgeschichten von Frederic Brown, Dieter Steinseifer, Alfred Thönne, Ingomar von Kieseritzky und Klaus Hirsch.

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Jul
09
2009
1

Future Intoxication 11

Future Intoxication 11

Future Intoxication 11 – eine Clubzeitschrift der »Science Fiction Interessengemeinschaft Harburg«

Herausgeber: Jürgen Heckert, Ehestorfer Weg 73, 21 Hamburg 90
Redaktion: Jürger Heckert,
Auflage: unbekannt, Preis: 1,50 DM (inkl. Porto), Umfang: 60 Seiten Din A4, Druck: Wachsmatrizenumdruck, Offsetdruck (Umschlag), Dezember 1969

»Future Intoxication ist eine jugendeigene Zeitschrift und seit dieser Nummer leider ein Egozine.«

Wenn man in den Keller geht und sich blind eine Ausgabe eines alten Fanzines angelt, kann es durchaus passieren, dass man die letzte Ausgabe des Fanzines erwischt – so wie in diesem Fall: »Wie Sie sich sicher erinnern werden, sollte die Nr. 11 am 1. September 1969 erscheinen. (…) Das Dumme war nur, daß meine lieben Mitarbeiter, noch bevor sie einen Handschlag getan hatten, ihren Dienst aufgaben. Da saß ich nun allein mit einem Haufen Arbeit«, schreibt Jürgen Heckert auf Seite 4 im Vorwort.

Vielleicht ist dies deshalb nicht gerade eine typische Ausgabe dieses Fanzines, aber zumindest bietet das Heft Kurzgeschichten und Rezensionen und sogar einen Artikel über mögliches außerirdisches Leben (»Gasballon – Tiere auf fremden Planeten« von Gustav Adolf Henning). Die Kurzgeschichte »Zufall« von Wilfried Rumpf ist eine kleine Fingerübung von nicht gerade hohem Niveau (heutzutage findet man oft sogar in Clubzines besseres), aber die nächste Story ist eine Überraschung: es ist nämlich ein bislang in keiner Bibliographie erwähnter Abdruck von »Die Invasion der Krabben« von A. Dneprow (gemeint ist Anatolji Dneprow, der Originaltitel lautet »Kraby idut po ostrovu«) mit der Übersetzung aus »Sowjetliteratur 5« von 1968. 1972 erschien die Geschichte u.a. übrigens auch in einem Goldmann-Taschenbuch als »Die Insel der Krebse«. Wiederum belanglos ist hingegen »Ich bin die Sonne (Auszüge aus dem Tagebuch Sols)« von Andreas Huhn.

Am schönsten und amüsantesten sind allerdings die Rezensionen in diesem Fanzine, die von Horst Pukallus und Jürgen Heckert stammen, wobei kein eindeutiger Nachweis erfolgt, wer welchen Text verfasst hat. Es genügt hier eigentlich zu zitieren: »Fern jeden „modernen“ SF-Geschwafels, dessen dümmste Machwerke gar mit einem Preis bedacht werden, dem sogenannten HUGO (benannt nach dem seligen Elektriker Hugo Gernsback, der ein Busenfreund des unheilbaren Graphomanen Walter Ernsting alias Clark Darlton war) findet man am Rande des Marktes immer wieder kleine Perlen, die mehr wert sind als das Geschmiere sämtlicher deutscher Pseudoschriftsteller zusammen. (…) Nichts für stumpfäugige Raumschlacht-Enthusiasten!«

Future Intoxication 11 - Das Vorwort

Future Intoxication 11 - Das Vorwort

Schön zu lesen ist aber auch die Kritik an einer Anthologie: »HOLDOUT ist seit langer Zeit der größte Absud, den zu lesen ich das zweifelhafte Vergnügen hatte, denn Sheckley schlägt sich hier mit Rassenproblemen herum. Zwei Raumfahrer, die aus dem gleichen Bundesstaat der USA stammen, sind sich nicht wohl gesonnen, denn der eine ist ein Halbindianer. Für diese reaktionäre Story hat Sheckley mindestens dreißig Jahre Dunkelhaft verdient.
Das Fazit: Die ganze Kollektion gehört so ziemlich zum schlechtesten Schrifttum der Science Fiction, sieht man einmal von den ohnehin indiskutablen deutschen Schreiberlingen ab. Traurig für Sheckley und schade um mein Geld.
« Man sieht hier: deutschsprachige SF war zumindest für die beiden Rezensenten ein Ausbund an Trivialität, dem man sich nicht aussetzen wollte.
Nur für Sammler ist auch heutiger Sicht die »F.I.-Bibliographie mit einer Übersicht über alle 10 vorausgegangenen Ausgaben« interessant.

Zuletzt lohnt es sich aber auch noch einen Blick auf die Leserbriefe in Future Intoxication 11 zu werfen: So schreibt Raimund Schenk aus Ludwigshafen-Oppau: »Zur Umfrage: Wie weit ist der Tag der Venuslandung des Menschen entfernt? Falls bis 1990/95 keine solche Landung erfolgt ist, sehe ich, wegen dem dann fälligen Fiasko (Überbevölkerung etc.), schwarz. Wenn vorher der große Bumms erfolgt ist sowieso sense.
Auch können überraschende Erfindungen und Entdeckungen den Tag der Landung vorverlegen. Geht alles nach dem heutigen Schema weiter, so denke ich, daß die Sowjetunion zwischen 1985 und 1990 soweit sein dürfte.
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Written by in: Allgemein | Schlagwörter:
Jun
25
2009
0

Fandom im Jahre 1971

Hydra 7

Hydra 7

Beim Durchsehen meiner Fanzinesammlung bin ich auf die Ausgabe 7 des Fanzines HYDRA vom Februar 1972 gestoßen. Darin findet sich der folgende, interessante Rückblick auf das Fandomjahr 1971 von Folkert Mohrhof:

Einmal Marburg hin und zurück
Fandom im Jahr ’71

Haben wir nun endlich auch das Jahr 1971 hinter uns gebracht. Mit mehr oder weniger gemischten Gefühlen haben wir das neue vor uns. Ob es sich lohnt eine Fahrkarte nach Marburg zu kaufen, sollte nach Genuß dieses Aufsatzes oder Artikels einmal scharf durchdacht werden. Womit fängt man an, wenn man einen Rückblick auf ein Jahr geben will? Mit den Produkten, die man hergestellt hat, und auf die man gelegentlich stolz sein kann. Bei uns als: den FANZINES und MAGAZINEN…

1971 hat das Fandom eigentlich nichts Neues an Amateurpublikationen hervorgebracht. Der einzige Lichtblick neben den alt-eingesessenen Zeitschriften wie MRU*, SFT** und das SFCD-Magazin ANDROMEDA war wohl das neue MAGAZIN SIMPLIZISSIMUS aus Köln. Diese FOLLOW-Gruppe um Chefredakteur Hans Hermann Prieß hielt sich bisher recht wacker, doch wollen sie in der Zukunft mehr Wert auf Fantasie und S&S legen, als auf SF oder SL***,  wie Norbert Schiffer kürzlich treffend meinte. Wahrlich ein schmerzlicher Entschluß, zumal es mit FOLLOW, PIONEER OF WONDER und LANDS OF WONDER (jetzt MAGIRA) doch genügend Magazines für diese kleine Gruppe von FOLLOW-Anhängern gibt.

Vielleicht liegt es ja an den Absatzschwierigkeiten (die Hans Prieß nicht wahrhaben oder wenigstens von ihm verschwiegen werden), so daß man gerne Zwangsabnehmer wie FOLLOWer haben möchte. Ein anderer Grund wäre, daß Hans nicht mehr soviel mit SF zu tun haben möchte; wäre nicht abzustreiten, denn er engagiert eich politisch immer mehr. Es ist wirklich schade, brachte SMP auch zum größten Teil Nachdrucke.

Bleibe ich aber gleich bei den Absatzschwierigkeiten. Die kleinen und jüngeren Fanzines/Magazines können sich einfach nicht gegen die Auflagegiganten wie SFT, MRU oder ANDROMEDA behaupten. Das liegt zum größten Teil an den scheinbar an SF-Interessierten, denn sie meinen, wenn sie das linksgerichtete SFT lesen oder sich an den Witzen von Kumming und Co. Aufgeilen, reicht das aus um sich ein Bild vom Stand des Fandoms zu machen. Doch diese Leutchen täuschen sich gewaltig: wollen wir im Fandom politisieren oder uns unterhalten? Frustrierte Linke, die in einer Partei nichts zu sagen haben, und konsumfreudige Intellektuelle, die an PR nichts mehr finden, sollten sich auch aus dem Fandom heraushalten. Ich möchte betonen, daß ich nicht das Geringste gegen MRU und SFT habe, im Gegenteil, doch man genieße es in Grenzen, doch dafür sorgt ja schon die schwache Erscheinungsfolge.

Oder liegt es daran, daß ein altehrwürdiger BNF, der schon 1955 dabei war, sich in seinem Ehrgefühl beschmutzt fühlt, wenn er ein Fanzine wie HYDRA, ALPHA FANEWS oder ISOTOP liest? Leider sind die Namen der Herausgeber nicht so bekannt wie Ehrig, Heuter, Steinseifer, Alpers, Hahn, Pukallus. Brächte einer der oben genannten nur ein winziges Blättchen mit dem größten Mist heraus, würden sich bestimmt die Alten in den langen Abo-Listen wiederfinden lassen.
Es besteht also meiner Meinung nach ein Generationenproblem zwischen den Fans. Wie man das denn ändern könnte? Ganz einfach, die Fanzines müßten kostenlos (!!!)in ANDRO Werbeseiten veröffentlichen dürfen und der Vorstand unterstützt durch gute Kritiken gute Fanzines. Mehr braucht nicht getan werden, um eine neue Epoche von guten Zeitschriften zu erlangen; und außerdem durch berechtigte und wohlwollende Kritiken kommen auch Beiträge.

ANABIS, DEMETER, SLAN, und wie sie alle heißen mögen, sind nun mal eingegangen, sei es am schwindenden Idealismus oder am Geld, denn die meisten Leute hatten sich wohl an den Ausstattungen übernommen, darüber ist nicht hinwegzusehen.

Weiterhin sind mehrere kleine Fanzines herausgekommen, die aus den Schicksalen anderer nicht lernen wollten. Platz ist zwar da, aber kein Absatzgebiet. Haben die Leute an Unbekanntem kein Interesse? Die einzigste Möglichkeit, ‚mal 50 oder 100 Exemplare loszuwerden, ist wohl auf einem Con. Aber auch hier herrscht die Sauflethargie  vor; die BNF’s sitzen in einer Ecke und beschauen Pornos und die Neuen lassen sich von den wenigen übriggebliebenen Idealisten der alten Garde zu wenig beraten. Man kommt aber auch bei diesen und jenen Ratschlägen nicht über die Druckschwierigkeiten hinaus. Fragt man nach Beiträgen (z.B. Zeichnungen) zum Teil abgezeichnet waren und man heute keine Zeit mehr hätte. Aber die dicke Sammlung im Schrank vervollständigen und neue Clubs (wie die INCOS) gründen – dann kann man an mehreren Abenden sein Bierchen hinter die Binde kippen, das ist schön und das heißt dann fannisch aktiv sein!  Biertrinken kann ich auch, auch wenn mir das Zeug nicht schmeckt! Ich mache also den BNF’s den Vorwurf sich abzukapseln. Sollen sie doch lieber ihren Rosengarten oder sonstiges Blumenbeet pflegen anstatt auf Cons herumzuhocken und dort nur ihre weisen Sprüche von sich zu geben.
Es wundert mich eigentlich, warum noch kein Con während des Münchner Oktoberfestes gefeiert wurde.

Das Jahr 1971 war also auch nicht besser, als die vorausgegangenen. Die Lethargie machte sich eher noch deutlicher bei den älteren bemerkbar, die „Grünen“  machen sich jedoch recht gut; doch gehen diese wenigen Aktiven in der Masse der Nichtstuer und Scheininteressenten unter. Wenn wir so weitermachen, ist der SFCD bald mit einem stillen Moorgelände vergleichbar, in dem gelegentlich mal die eine oder andere Moorleiche gesichtet wird.

Es bleibt also NUR ZU hoffen, daß sich die wenigen Fanzines und Magazines, die „neu“ unter den drei Großen sind, sich wacker schlagen und nicht auch noch im Strudel des Schlamms untergehen. Konkurrenzdenken sollte möglichst ausgeschaltet werden, doch der hierfür eigens eingerichtete BLOCK war von Anfang an indiskutabel, er brauchte nicht sein, denn die Fanzines hatten alle ihre speziellen Gebiete. Die drei Großen werden immer bestehen, das steht fest, denn sie haben ihre Moorleichen gefunden.

STORY CENTER,  HYDRA, FANEWS, SMP und ALPHA sollen nicht das gleiche Schicksal wie die eingegangenen FANDOM, ANABIS erleben. Andere Fanzines haben Zahnfäule à gogo, um einmal mit dem Lästerbarden Ulrich Roski aus Berlin zu reden, und gehen doch nicht zum Schafott. Ich denke da an SFW, deren Herausgeber überall beigetreten sind und seit über einem Jahr nicht mehr die Zeit gefunden haben,  SFW 10 herauszubringen, und das bei einer Leserschar von  120 SF-Mäulern. Man sollte sich in Hildesheim mal in eine dunkle Ecke stellen und sich vor der eigenen Feigheit an den Kopf fassen. Feige ist es natürlich, immer zu sagen „… wir kommen dann und dann heraus…“, wenn noch keine Matrize getippt ist. Man hat Angst, sein Image zu verlieren, da ist alles. und daher sollten sich Dittmeier und Schmitt vor sich selbst schämen!

Komme ich wieder zu meiner Frage, ob sich eine Fahrt zum MARCON 1972 lohnt. Sie lohnt sich, aber nur dann, wenn man Freunde wiedertreffen will, um zu diskutieren, und nicht um zu saufen, daß kann man nämlich zu Hause billiger haben!

ENDE

erschienen in Hydra 7,  Februar 1972, Seite 78/79

Zur Erläuterung:

* MRU = Munich Round UP

** SFT = Science Fiction Times

*** SL = Spekulative Literatur

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Mai
25
2009
0

Stellar Press No. 7

Herausgeber: SF-Gruppen Ulm, Laichingen, Geislingen
Redaktion: Holger Müller, Walter Kesekamp
Auflage: unbekannt, Preis: 1,20 DM, Umfang: 54 Seiten, Umdruck, 1971

Stellar Press No. 7

Stellar Press No. 7

»Nach einem weiteren Filmbesuch am 7. August 68 „Raumkreuzer Hydra – Schlacht im Weltraum“ – ein sehr schlechter Film – wurde beschlossen, die Clubmitglieder auf allen einschlägigen Gebieten zu schulen.«
Dieser Satz ist ein Auszug aus der Historie der INTERESSENGEMEINSCHAFT SCIENCE FICTION GEISLINGEN, die zu diesem Zeitpunkt immerhin bereits drei Jahre (!) umfaßt. Ursprünglich als PERRY RHODAN-Club gegründet, beschloß man schon nach knapp 1 1/2 Jahren die Namensänderung, die wie folgt kommentiert wird: »Damit war man von PR herunter, denn SF ist nicht nur PR.« Man sieht also schnell: In den Siebzigern war für den aufrechten deutschen Science-Fiction-Leser die »größte Weltraumserie der Welt« eine triviale Versuchung, der es zu widerstehen galt, und die einen nur von der wahren Science Fiction ablenken wollte. Und die Clubmitglieder, die Anfang 20 sind, nehmen ihr Hobby sehr ernst.
Aber dieses im Umdruck erstellte Fanzine, das sich selbst gerne als »Zeitschrift« bezeichnet, enthält ansonsten auch viel typischen Fandom-Inhalt: es finden sich zwei Conberichte im Heft (wobei ein Con eigentlich nur ein Grillabend war, und sich der Bericht mehr auf die Mengen an Bier und Fleisch konzentriert, die hier konsumiert wurden), vier knappe Kurzgeschichten, ein Interview mit einem Leiter einer deutschen Sternwarte über das Thema UFOs und ein paar Neuigkeiten über das Heft verteilt (so z.B. das Ergebnis der HUGO-Awards 1971).
Ein mehrseitiger Artikel über die Fernsehserie UFO, die damals gerade im ZDF ausgestrahlt wurde, ist leider ein Abdruck, zeigt aber, was man sich eigentlich wünschte: der Artikel hängt sich weniger an der albernen Handlung auf, sondern stößt sich am »autoritären Gehabe« von Ed Straker, dem Chef der Geheimorganisation, die gegen die Ufos kämpft: »und das in einer Zeit, in der man Kaiser, Führer und greise Bundeskanzler gerade für überwunden hielt.«

Amüsant ist der Bericht vom SFCDCon in Wien, der vom 20.-23. August 1971 stattfand. Nach guter Fan-Tradition widmen sich die ersten Absätze dem Thema der Anreise. Aber irgendwann landet jeder Fan im Conlokal, wo sich »der Raum mit Zigarettenqualm und anderen Gerüchen füllte.« Am Freitag bestand das Programm aus einem Besuch des Wienerwalds (»Einem richtigen Wald mit Bäumen und drum und dran«), bevor es dann zum Heurigen ging. »Für Unwissende: ein Heuriger ist ein Lokal, in dem es von Touristen nur so wimmelt, wo der Wein sauer, dafür aber teuer ist und, was das wichtigste ist, sogenannte „Schrammelmusik“ gemacht wird.« Der Samstagmorgen war der MV gewidmet, bevor dann laut dem Berichterstatter Vorträge von Winfried Petri und Peter Krassa (»Ein Kursus im Schnellsprechen«, so der Kommentar) folgten. Der Bunte Abend war eine Diashow mit Fotos von anderen Cons (kommentiert von Axel Melhardt), dem dann ein französischer SF-Stummfilm folgte. Am Sonntagvormittag gab es für die Fans dann noch »Charly«, die Verfilmung von Daniel Keyes Roman »Flowers for Algernon«, zu sehen, außerdem hielt Herbert W. Franke noch einen Vortrag über Zukunftsforschung. Kurz und gut: das Programm war aus heutiger Sicht knapp, aber abwechslungsreich gehalten.

Fazit: Stellarpress erweist sich als amüsantes Fanzine, das auch heute noch zu unterhalten weiß!

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Mai
22
2009
0

Fandom Observer 1/83

Fandom Observer – Zeitschrift für Hintergrundinformationen zum fannischen Geschehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, No. 1/1983
Herausgeber: ZALMANAZZAR Association, München
Redaktion: Stefan B. Sczykowsky
Auflage: 500 – 1000 Exemplare, Preis: kostenlos, Umfang: 6 Seiten, Kopie

Fandom Observer 1/83

Fandom Observer 1/83

Wenn man selbst zum Redaktionsteam eines Infozines gehört, das seit seinem Start im Jahr 1989 den Name FANDOM OBSERVER trägt, wird man natürlich hellhörig, wenn man in seiner Fanzinesammlung auf ein Pamphlet stößt, das denselben Titel trägt. FANDOM OBSERVER 1/83 erschien im Mai 1983 im Rahmen der Aktion Zalmanazzar.
Diese war das Produkt eines für damalige Zeiten typischen Fandom-Zwists, bei dem es um eine zerbrochene Liebschaft, mehrere aktive Fans in den frühen Zwanzigern mit Ego-Problemen und den Club SFC DIE TERRANER und die Fanzines RHODANITE und LONELY WORLDS ging. Mehr über die Protagonisten heute noch zu schreiben, ist eigentlich unnötig. Die meisten sind längst GAFIA oder bei Follow gelandet (der Endlagerstätte für viele Fans), nur noch ein, zwei sind tatsächlich heute noch aktiv und immer noch ähnlich bissig. Trotzdem will ich noch das Vorwort dieses 6-Seiters zitieren, denn es zeigt, wie wichtig man sich damals und das Fandom nahm:

»Der FANDOM OBSERVER (FO) entstand anläßlich der Notwendigkeit, das Fandom über einige, wie uns scheint, besorgniserregende Dinge zu informieren.
Wie seinerzeit der von Frank Böhmert, Berlin, herausgegebene TIGER I, soll auch der FANDOM OBSERVER die aktiven und weniger aktiven Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz über Dinge informieren, die auch sie betreffen könnten. Zudem will der FANDOM OBSERVER offiziell zur Hilfe aufrufen, zur Hilfe gegen Machenschaften, die der Allgemeinheit – in diesem Falle dem Fandom – schaden könnten, zur Hilfe für Hilfesuchende, für von Hetzkampagnen Bedrohte und mehr.
Vor allem jedoch soll der FANDOM OBSERVER informieren – ausführlich, mit einem Maximum an stichhaltigen Informationen, und möglichst sachlich. Daß in dieser 1. Ausgabe wie auch in den folgenden bereits Schlüsse gezogen, Annahmen und Behauptungen aufgestellt werden, ist keine manipulatorische Absicht, sondern einfach nur der Wille zum Versuch, das Fandom aufzurütteln, aktiv zu werden, zu helfen und zu agieren.
Und dies erreicht man bekanntermaßen am besten durch – PROVOKATION!
Der Herausgeber.

Wie auf der Titelseite des FO 1/83 deutlich zu erkennen, droht einem deutschen Fanzine – LONELY WOHLDS, herausgegeben vom SFC Die Terraner, Köln – Gefahr. Und nicht nur diesem Fanzine, sondern auch dem herausgebenden Club selbst.
Um beide vor Schädigung und einem eventuellen Untergang zu bewahren, wurde im März/April 1983 die ZALMANAZZAR Association gegründet, eine Aktion, die in erster Linie informieren will, in zweiter Linie und deshalb nicht weniger dringlich zum Boykott aufrufen will, zum Boykott gegen Leute, die einen Club und sein Fanzine ins Verderben stürzen wollen.
«

Ein Zeitdokument, das viel über das Fandom in den frühen 1980ern verrät…!

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